Der Horst

Donnerstag 08. März 2018

Die Weißstörche in Brandenburg befinden sich – zumindest in einem Punkt – in einer beneidenswerten Lage: Wohnraum (sprich: Nistmöglichkeiten) gibt es mehr als genug. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat ermittelt, dass es rund doppelt so viele künstliche Nisthilfen gibt wie Brutpaare. Und seit dem 26. Februar 2018 ist noch eine weitere Nistmöglichkeit für ein Storchenpaar hinzugekommen. Auf dem Nordplatz nahe dem Grün der Bahn 2 wurde ein Storchenhorst errichtet: ein rund 10m hoher Betonmast mit einer speziell angefertigten Nisthilfe, so dass das Nest für die jetzt aus dem Süden zurückkehrenden Weißstörche sofort beziehbar ist. Initiiert und auch mitfinanziert wurde diese Maßnahme von unserem Vize-Präsidenten und Mitglied des Aufsichtsrates, Gösta Dobler. Der Stromversorger E.DIS AG hatte den Betonmast kostenlos zur Verfügung gestellt, die G&CC Seddiner See AG die Kosten für Transport und Aufbau des Mastes übernommen und Gösta Dobler die dafür angefertigte Nisthilfe spendiert. Vielleicht wird nach der erfolgreichen Ansiedlung von Turmfalke und Eisvogel auf dem Südplatz jetzt auch der Weißstorch auf unserer Golfanlage als Brutvogel heimisch.


Brandenburg ist das Bundesland, in dem der Weißstorch in Deutschland am häufigsten anzutreffen ist. Bereits seit 1934 wird hier die Bestandentwicklung der Weißstörche akribisch erfasst. Rund 1.300 Brutpaare haben die ehrenamtlichen Storchenbetreuer des NABU im Jahr 2016 in Brandenburg gezählt. Daraus ergibt sich für das Land Brandenburg eine durchschnittliche Storchen-Verbreitung von 4,4 Störchen pro 100km². Der Landkreis Potsdam-Mittelmark ist dabei mit nur 3,4 Störchen allerdings deutlich unterrepräsentiert. Der Trend der Storchen-Bestandsentwicklung ist in Brandenburg seit Anfang der 90er Jahre stabil. Dennoch ist der Weißstorch in Brandenburg als gefährdet eingestuft. Wie so viele Tierarten leidet auch der Weißstorch unter der Intensivierung der Landwirtschaft mit großflächigen Monokulturen sowie dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.


Mit einer Spannweite von bis zu 2,0m ist der Weißstorch eine stattliche Erscheinung und ein eleganter Segelflieger, der die Thermik nutzt. Anders wären die langen Strecken in das Winterquartier im Mittelmeerraum oder bis nach Afrika auch kaum zu bewältigen. Als Nahrung dienen ihm Frösche, Kröten und Insekten, aber auch Mäuse oder Fische. Brutzeit ist von Mitte April bis Ende Juli, in der meistens 3 – 5 Eier bebrütet werden.


Besondere Erfahrungen mit einem Weißstorch auf der Golfanlage konnten wir übrigens bereits im Jahr 2009 machen. Dort fand sich mehrere Tage lang ein handzahmer Storch auf der Clubhaus-Terrasse ein. Einige Fotos von diesem Ereignis sind in auf der Homepage in der Rubrik „Umwelt / Tiere auf der Golfanlage / Adebar zu Besuch“ zu betrachten. Von einem Anstieg der Geburtenrate bei unseren Clubmitgliedern in der Folgezeit ist allerdings nichts bekannt.

Diese Perspektive werden dort brütende Störche haben: ein Blick über die mit Reisig und Moos ausgepolsterte Nisthilfe auf die Bunker vor dem Grün der Bahn 2.

Die Nisthilfe: eine Spezialanfertigung eines Metallbau-Unternehmens, die nach der Aufstellung des Mastes noch komfortabel ausgepolstert wurde.

Zahmer Storch zu Besuch

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